Amsterdam gilt als die Stadt der Wasserwege und als ein Labyrinth aus Kanälen, Brücken und malerischen Häuserfassaden, das Besucher von überall fasziniert. Wer die Stadt erstmals erkundet, sollte aber unbedingt zunächst eine Grachtenfahrt Amsterdam unternehmen. Denn die Boote geben einen einzigartigen Blick auf die Stadt, der zu Fuß oder mit dem Fahrrad kaum vergleichbar ist. Man kann dabei einerseits die historische Schönheit der Stadt kennenlernen, als auch die moderne, lebendige Seite.
Die Grachten sind aber auch viel mehr als touristische Highlights. Denn sie spiegeln die Geschichte, Kultur und Architektur einer Stadt wider, die schon im 17. Jahrhundert eine Handelsmetropole war. Mit einer Grachtenfahrt Amsterdam durch die Kanäle kann man die berühmten Kaufmannshäuser, die historischen Brücken und auch die Hausbootkultur aus nächster Nähe selbst erleben. Vor allem auch bei abendlichen Touren bekommt die Stadt eine romantische Atmosphäre. Wenn das Licht auf der Wasseroberfläche spiegelt und die Giebelhäuser im warmen Schein erscheinen.
Ein Blick in die Geschichte der Amsterdamer Grachten
Die Amsterdamer Grachten wurden schon im frühen 17. Jahrhundert angelegt, als die Stadt wegen der Zuwanderung und des wachsenden Handels dringend Platz benötigte. Der berühmte Grachtengürtel entstand dann in mehreren Bauabschnitten über acht Jahrzehnte hinweg.
Die Kanäle erfüllten damals übrigens gleich mehrere Aufgaben: Transport von Waren, Entwässerung, Verteidigung und die Schaffung neuer Wohngebiete.
Entlang der Herengracht, besonders in der sogenannten “Gouden Bocht”, siedelten sich vor allem wohlhabende Kaufmannsfamilien an. Ihren prächtigen Häusern sieht man auch heute noch Reichtum und Handelsmacht an.
Der Wandel der Grachten von einfachen Handelswegen zu touristischen Attraktionen ist auch eng mit der Geschichte der Stadt verknüpft. Heute sind die Kanäle sauber, gepflegt und tragen auch absolut zum internationalen Image Amsterdams bei. 2010 wurden sie sogar in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Ein weiterer Beleg für ihre kulturelle und historische Bedeutung.

Architektur entlang der Kanäle
Typische Grachtenhäuser sind schmal, hoch und tief. Dass sie so gebaut wurden, hat einen interessanten Grund: Es war eine Reaktion auf die Grundsteuer, die nach der Hausbreite berechnet wurde. Die Gebäude stehen auf Holzpfählen, die mehrere Meter tief in den Untergrund gerammt wurden. Vor allem die Giebelformen – also Schnabel-, Treppen-, Glocken- oder Halsgiebel – geben jedem Haus seinen eigenen Charakter. Historische Hebebalken erinnern auch noch heute daran, dass damals ziemlich sperrige Waren durch die engen Treppenhäuser transportiert werden mussten.
Die über 1400 Brücken verbinden nicht nur die Stadtteile. Sie erzählen auch Geschichten vergangener Epochen. Ob die berühmte Brücke Nummer 1 über die Singel oder die Brücke Nummer 1000 über die Postjeskade, jede Konstruktion hat ihre eigene Geschichte und trägt damit zur Atmosphäre Amsterdams bei.
Leben an den Grachten früher & heute
Im 17. Jahrhundert waren die Grachten in erster Linie einfach Handelswege, auf denen Waren aus aller Welt transportiert wurden. Gleichzeitig dienten sie aber auch als Abwasserkanäle, was den Geruchssinn der Bewohner oft etwas strapazierte. Heute hat sich das Bild komplett gewandelt: Das Wasser wird wöchentlich erneuert, Hausboote sind ganz normal und etwa 40 Prozent aller Amsterdamer haben sogar einen direkten Blick auf die Kanäle.
Hausboote, die früher mal günstig erworben wurden von Künstlern oder jungen Leuten, sind heute begehrte Wohnplätze. Historische Gebäude beherbergen jetzt Banken, Versicherungen oder kulturelle Einrichtungen.
Und Veranstaltungen wie das Grachtenfestival, die Pride Canal Parade oder das Amsterdam Light Festival zeigen die Kanäle ebenso als lebendige Bühne der Stadt.

Die schönsten Routen für eine Grachtenfahrt Amsterdam
Für Erstbesucher ist eine klassische Grachtenfahrt Amsterdam also einfach ideal, um einen Überblick zu gewinnen. Viele Anbieter bieten einstündige Rundfahrten an, bei denen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie die Herengracht, Prinsengracht und Keizersgracht passiert werden. Wer etwas Besonderes erleben möchte, kann aber auch eine Abendfahrt oder Dinner Cruise mit 4-Gänge-Menü buchen.
Besonders im Sommer lohnen sich offene Boote. Sie bieten einen ungestörten Blick auf die Stadt. Im Winter zeigen dann beheizte Boote die Grachten in einem völlig neuen Licht. Mit Decken, heißem Glühwein oder Kakao wird die Fahrt also auch bei niedrigen Temperaturen zu einem unvergesslichen und angenehmen Erlebnis.
Unterwegs verborgene Schätze entdecken
Neben den bekannten Highlights lohnt es sich auf jeden Fall auch, auf Details zu achten: versteckte Innenhöfe wie das Sint Andrieshofje, historische Lagerhäuser wie das Entrepotdok oder kleine Kanäle im Jordaan-Viertel bieten nämlich überraschende Einblicke in das Leben vergangener Jahrhunderte.
Und auch die Hausboote erzählen ihre eigenen Geschichten und bieten einen faszinierenden Kontrast zu den luxuriösen Grachtenhäusern.
Kultur & Feste auf dem Wasser
Die Grachten sind heute auch Bühne für richtig viele Veranstaltungen. Neben Sommerfesten und Bootsparaden sieht man zum Beispiel beim Amsterdam Light Festival im Winter tolle Lichtinstallationen.
Das Pride & Queer Festival verwandelt die Kanäle dagegen in eine bunte Parade voll mit kunstvoll dekorierten Booten. Regelmäßig gibt es außerdem klassische Konzerte auf dem Wasser, und an den Tagen der offenen Gärten bekommt man Einblicke in sonst verborgene Innenhöfe.
Abschließende Worte
Eine Grachtenfahrt Amsterdam vermittelt also ein absolut lebendiges Bild der Stadt. Sie verbindet Geschichte, Architektur, Kultur und Freizeit auf eine Weise, wie man sie sonst nirgendwo kennenlernen würde.
Eine Grachtenfahrt Amsterdam bietet auch gerade Erstbesuchern die perfekte Gelegenheit, die Stadt aus einer neuen Perspektive zu entdecken und sich einen tollen Überblick zu verschaffen, ohne sich dabei die Füße wund zu laufen.
Egal, ob im Sommer oder Winter, tagsüber oder abends: die Kanäle Amsterdams lohnen sich zu jeder Jahreszeit. Wer die Stadt wirklich kennenlernen möchte, sollte das Wasser also auf jeden Fall nicht auslassen.







